Am 15. Februar 2026 wurde unser bisheriger Bürgermeister Marco Rutter (Parteilos) im Doppeldorf im ersten Wahlgang bei der Bürgermeisterwahl mit 60% Zustimmung bei einer Wahlbeteiligung von 60,3 % wiedergewählt. Bei der letzten Bürgermeisterwahl in 2018 lag die Wahlbeteiligung noch bei 54,7 %. Wir als SPD haben uns im Vorfeld klar für keinen der drei Kandidaten ausgesprochen.
Der SPD Ortsverein Petershagen/Eggersdorf gratuliert unserem alten und neuen Bürgermeister Marco Rutter zur Wiederwahl und wünscht ihm "immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel" für die kommenden vielen politischen und vor allem finanziellen Herausforderungen, die in den nächsten Jahren kommen werden...
bitte lesen Sie weiter...
Das Ergebnis zeigt, dass viele Doppeldörfler mit der Arbeit mit dem bisherigen Bürgermeister zufrieden waren. Der AfD Kandidat Dirk Fischer war beim Wahlkampf wenig sichtbar und nur 16,4 % wählten den Kandidaten der rechtsextremen Partei. Auf den Einzelbewerber Rainer Wesner entfielen 23,4 %.
Es ist sicherlich für unseren Bürgermeister Marco Rutter ein besonders persönlicher Erfolg, bereits im ersten Wahlgang mit deutlicher Zustimmung wiedergewählt worden zu sein, doch die Aufgaben werden nicht einfacher.
Fünf der kommenden Herausforderungen für die nächsten Jahre möchten wir an dieser Stelle skizzieren:
- Die demographische Entwicklung im Doppeldorf
Auf die demografische Entwicklung in Doppeldorf blicken wir mit Sorge: aus der wachsenden und für junge Familien attraktive Gemeinde Anfang der 2000 ist nun 2026 ein schnell alternder Ort geworden. Derzeit bewegt sich das Durchschnittsalter um die 50 Jahre und das Durchschnittsalter wird sich auf Grund des aktuell geringen Zuzuges weitersteigen.
- Schaffung von Bezahlbaren Wohnraum für unserer Kinder
Für unsere Jugend bestehen im Doppeldorf nur wenig Angebote, Wohnraum zu finden. Daher sind vor allem die Jüngeren – auch wenn Sie eine berufliche Perspektive in Berlin gefunden haben – auf Grund des fehlenden und bezahlbaren Wohnraums gezwungen, das Doppeldorf zu verlassen. Wir brauchen daher bezahlbaren Wohnraum für junge Menschen und Familien.
- Ansiedlung von mehr Gewerbe im Doppeldorf
Vermutlich werden die Einnahmen aus den Gewerbesteuern für den kommunalen Haushalt nur dann stabil bleiben, wenn die Wirtschaft auch in unserer Region weiterwächst und sich entsprechende wirtschaftlich starke Unternehmen ansiedeln. Das Doppeldorf gehört bislang nicht zu den Orten, an dem sich viele Unternehmen ansiedeln. Vor allem zeigen unsere Nachbarkommunen, wie Fredersdorf-Vogelsdorf oder auch Strausberg, wie man eine gute Gewerbeansiedlungspolitik betreibt. Nun hat am 28.11.2025 Aldi seine neue Filiale in Eggersdorf eröffnet, aber zeitgleich wurde der bisherige Aldi sowie Getränke Hoffmann am Fuchsbau geschlossen. Daher braucht es schon eine gute Strategie für die Ansiedlung neuer Unternehmen – vor allem am Fuchsbau. Pläne seitens der Verwaltung soll es geben, Interessenten auch. Wir werden das weiter beobachten.
- Sicherung unserer Trinkwasserversorgung zu bezahlbaren Wasserpreisen
Das Thema gesicherte Trinkwasserversorgung und Preisstabilität ist zwar nicht nur ein Thema allein unserer Gemeinde, sondern der gesamten Region. Am 25.02.2026 wurde Marco Rutter zum Vorsitzenden des Wasserzweckverbandes Strausberg-Erkner (WSE) gewählt und darf sich mit nun intensiver mit dem umstrittenen Verbandsvorsteher André Bähler über die wasserpolitische Perspektive in unserer Region auseinandersetzen. Das wird sicherlich keine leichte Aufgabe sein. Und immer steht die Frage im Raum, wird der WSE perspektivisch ein eigenes Klärwerk bauen? Unser Wasser sollte unbedingt in der Region verbleiben.
- Wir brauchen für die nächsten Jahren eine solide und vernünftige Finanzpolitik in Doppeldorf
Eine besondere Herausforderung für den Bürgermeister wird in den nächsten Jahren die Verabschiedung eines tragfähigen Gemeindehaushaltes sein. Nach jetzigen Prognosen werden wohl die Erträge für den Gemeindehaushalt instabil bleiben, da die wirtschaftliche Lage in Deutschland kaum Wachstumsimpulse erkennen läßt. Zudem muss das Land Brandenburg 2027 und 2028 für den Landeshaushalt ein Finanzierungsdefizit von mindestens weit über 4 Milliarden auflösen. Die zukünftigen Koalitionspartner SPD-CDU haben schon verlauten lassen, dass sie beim Landespersonal sparen werden.
Dieses Finanzierungsdefizit wird sich auch in den zukünftigen Zuweisungen des Landes Brandenburg an die Landkreise und Kommunen widerspiegeln. Der Bürgermeister wird mit unserem Gemeindehaushalt vor finanziellen Herausforderungen stehen und wird gezwungen sein, für die kommenden Haushalte eigene Prioritäten festzulegen und deutlich machen müssen, wo er sparen und wie er die Leistungsfähigkeit der Verwaltung trotz der hohen Personalkosten erhöhen will.
Wir als SPD-Doppeldorf werden die Arbeit unseres Bürgermeisters sowohl in der Gemeinde als auch in der Gemeindeversammlung konstruktiv, aber - wenn notwendig - auch kritisch begleiten. Und dort wo es notwendig sein wird, eigene Alternativen vorschlagen.
Erst einmal wünschen wir Marco Rutter einen Guten Start in die zweite Amtszeit.
André Lossin