Kommunales Wohnen: Bald Geschichte im Doppeldorf?Seit vielen Jahren beschäftigt die Frage, wie mit dem kommunalen Wohnungsbestand umzugehen ist, die Gemeindevertretung, den jeweils amtierenden Bürgermeister sowie die Verwaltung. Leider wurde das Thema in der Vergangenheit eher halbherzig angegangen, sodass heute ein Großteil der Gebäude sanierungsbedürftig ist. Aktuell verfügt die Gemeinde um die 80 Wohneinheiten.
Aus diesem Bestand konnte günstiger Wohnraum angeboten werden – sowohl für einkommensschwächere Haushalte als auch für lokal engagierte Bürgerinnen und Bürger. Bereits im Juli 2022 wurde – unter anderem auf Initiative Ihrer SPD – beschlossen, den Bürgermeister mit der Erarbeitung eines tragfähigen Konzepts zum Erhalt des Wohnungsbestands zu beauftragen.
Der Wille war offenbar vorhanden, doch die Herausforderungen und Unwägbarkeiten erwiesen sich wohl als zu große Hürde. Vor einiger Zeit kam wieder Bewegung in das Thema – allerdings mit einem Richtungswechsel... (bitte lesen Sie weiter)
Nicht mehr der Erhalt des Bestands steht nun im Fokus, sondern vielmehr dessen vollständige Veräußerung – sei es scheibchenweise oder am Stück: die „Wohnungswurst“ soll vom Tisch. Auch wir erkennen die finanzielle Belastung, die eine Sanierung für den Gemeindehaushalt bedeutet. Allerdings dürfen die Erlöse aus dem Verkauf einzelner Objekte derzeit nicht zweckgebunden eingesetzt werden – etwa zur gezielten Sanierung erhaltenswerter Gebäude.
Es ist zu befürchten, dass diese Mittel stattdessen für andere Vorhaben verwendet werden (zum Beispiel zur Deckung des Defizits beim Freibad Bötzsee oder für die Sanierung der Giebelseehalle). Das halten wir für problematisch. Wir sprechen uns daher klar gegen einen Komplettverkauf aus. Weg ist weg. Die Immobilien stellen einen Wert für die Gemeinde dar – sei es als Rücklage oder als potenzielle Tauschobjekte für ortsbezogene Baumaßnahmen.
Wir setzen uns für ein Konzept ein, bei dem nicht „alles verscherbelt“ wird. Idealerweise wird der Bestand an einen Investor oder eine externe Genossenschaft übergeben, während die Gemeinde durch einen langfristigen Pachtvertrag Eigentümerin bleibt und weiterhin Einfluss auf die Vergabe sowie die Mietgestaltung behält. Zunächst soll für jedes Objekt ein Wertgutachten erstellt werden. Mal sehen, wohin die Reise geht, denn wir dürfen auch die Menschen nicht vergessen, die aktuell in den Gemeindeobjekten wohnen.
Was denken Sie?
Am 18. Oktober stehen wir von 10:00 bis 12:00 Uhr mit unserem Infostand vor dem Edeka-Center. Schauen Sie gern vorbei
Symon Nicklas, Vorsitzender SPD OV Petershagen-Eggersdorf