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Psychische Gesundheit geht uns alle an – nicht nur am 10. Oktober

Veröffentlicht am 11.10.2026 in Europa

Bild: KI

Am 10. Oktober ist der Welttag der psychischen Gesundheit. Für uns als SPD Petershagen/Eggersdorf ist dieser Tag ein Anlass, auf ein Thema aufmerksam zu machen, das Millionen Menschen betrifft und dennoch viel zu häufig im Verborgenen bleibt. Rund 27,8 Prozent der erwachsenen Menschen in Deutschland sind innerhalb eines Jahres von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das bedeutet: Mehr als jeder vierte Erwachsene erlebt innerhalb eines Jahres eine psychische Erkrankung.

Damit reden wir nicht über ein Randthema. Psychische Erkrankungen betreffen Menschen in unseren Familien, in unseren Freundeskreisen, am Arbeitsplatz, in Vereinen und in unserer Nachbarschaft. Und trotzdem werden sie gesellschaftlich noch immer nicht so selbstverständlich wahrgenommen wie viele körperliche Erkrankungen. Eine Krankheit, die man häufig nicht gleich erkennt... (bitte lesen Sie weiter)

Ein gebrochenes Bein kann man sehen. Eine körperliche Wunde ist sichtbar. Depressionen, Angststörungen oder Traumafolgestörungen sind dagegen von außen oftmals nicht zu erkennen. Ein Mensch kann arbeiten gehen, lachen, sich mit anderen unterhalten und scheinbar seinen Alltag bewältigen – während es in seinem Inneren vollkommen anders aussieht.

Gerade diese Unsichtbarkeit führt immer wieder zu Unverständnis. Noch immer hören Betroffene Sätze wie „Reiß dich zusammen“, „Denk doch einfach positiv“ oder „Anderen geht es viel schlechter“. Doch eine psychische Erkrankung ist keine Charakterschwäche. Sie ist auch kein Zeichen mangelnder Willenskraft. Psychische Erkrankungen sind Erkrankungen und müssen genauso ernst genommen werden wie körperliche Leiden. Ich schreibe darüber nicht nur aus gesellschaftlicher Perspektive. Ich bin selbst psychisch erkrankt. Ich weiß deshalb aus eigener Erfahrung, dass es gute Tage gibt und schlechte Tage. Tage, an denen vieles problemlos funktioniert – und andere, an denen selbst scheinbar einfache Dinge enorme Kraft kosten können. Gerade in der dunklen Jahreszeit können psychische Belastungen für manche Menschen stärker werden. Die Tage werden kürzer, wir verbringen weniger Zeit im Tageslicht und ziehen uns häufiger zurück.

Deshalb möchte ich gerade jetzt dazu ermutigen: Achten Sie auf sich. Nehmen Sie Veränderungen an sich selbst ernst. Sprechen Sie darüber, wenn es Ihnen nicht gut geht. Und achten Sie ebenso auf die Menschen in Ihrem Umfeld. Wer Hilfe sucht, muss sie auch bekommen. Es ist positiv, dass heute offener über Depressionen, Angststörungen, Burn-out, PTBS und andere psychische Erkrankungen gesprochen wird. Aber darüber zu reden, reicht nicht. Wer irgendwann den Mut aufbringt zu sagen „Ich brauche Hilfe“, muss diese Hilfe auch bekommen können.

Genau hier haben wir in Deutschland weiterhin ein erhebliches Problem. Menschen warten teilweise viele Wochen oder sogar Monate auf einen regulären Psychotherapieplatz. Gerade in ländlichen Regionen kann die Suche nach einer Therapeutin oder einem Therapeuten zusätzlich schwierig sein. Dahinter steht unter anderem die Frage, ob ausreichend Kassensitze für Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten vorhanden sind. Für einen Menschen in einer schweren psychischen Krise sind monatelange Wartezeiten keine Kleinigkeit. Wenn bereits der Alltag unglaublich viel Kraft kostet, kann auch die Suche nach einem Therapieplatz zu einer zusätzlichen Belastung werden.

Deshalb brauchen wir eine psychotherapeutische Versorgung, die sich stärker am tatsächlichen Bedarf der Menschen orientiert. Es darf nicht davon abhängen, wo jemand wohnt oder wie hartnäckig er oder sie über Wochen und Monate telefonieren kann, ob notwendige therapeutische Hilfe erreichbar ist. Psychische Gesundheit muss ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Gesundheitsversorgung sein.

PTBS – wenn das Erlebte nicht vorbei ist

RB

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