Kürzlich kam es im Landkreis Oder-Spree zu Festnahmen mehrerer 15-jähriger Jugendlicher wegen des Verdachts auf terroristische Aktivitäten. Ihnen wird vorgeworfen, im Oktober 2024 einen Brandanschlag auf das Kulturhaus in Altdöbern verübt und einen weiteren Anschlag in Senftenberg geplant zu haben. Die Ermittlungsbehörden gehen von einer nationalistisch und rechtsextrem motivierten Tat aus.
Erschreckend – aber leider kein Einzelfall.
Es stellt sich die dringende Frage: Warum radikalisieren sich zunehmend junge Menschen, insbesondere hier in Brandenburg, in Richtung rechter Ideologien?... (bitte lesen Sie weiter)
Zwar ist die Zahl rechtsextremistisch motivierter Gewalttaten in Brandenburg laut der Polizeistatistik von 117 Fällen im Jahr 2023 auf 112 Fälle im Jahr 2024 leicht zurückgegangen – doch diese Zahl bleibt alarmierend.
Heiko Homburg vom brandenburgischen Verfassungsschutz betont, dass vor allem das Internet eine zentrale Rolle bei der Radikalisierung junger Menschen spielt. Es sei, so Homburg, „das Hauptrekrutierungsfeld für nachwachsende Nationalisten“ (MOZ, 11.08.2025). Plattformen wie Social Media, Messenger-Dienste (WhatsApp, Signal, Telegram) sowie Foren wie Discord bieten rechtsextremen Gruppen ein nahezu unkontrolliertes Umfeld zur Verbreitung ihrer Ideologie – oft gezielt auf Minderjährige ausgerichtet. Erschreckend: Viele der angesprochenen Jugendlichen sind gerade einmal 12 oder 13 Jahre alt.
Auch in Märkisch-Oderland und dem direkten Umfeld beobachten wir diese Entwicklung. In einigen Kreisen scheint „rechts sein“ inzwischen als „cool“ zu gelten – ein gefährlicher Trend, dem wir entschieden entgegentreten müssen.
Was also tun?
Auf gesellschaftlicher Ebene sind besonders Schule, Jugendhilfe und die Zivilgesellschaft gefordert. Auch wir als SPD engagieren uns aktiv gegen Rechtsextremismus und setzen uns für eine lebendige, demokratische Kultur ein – als gelebte Alternative zu Hass, Hetze und Intoleranz.
Doch vor allem kommt es auch auf die Eltern an – also auf Sie. In der Hoffnung, dass Sie hinter unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung stehen und sich für Demokratie und Menschenrechte einsetzen, bitten wir Sie:
- Achten Sie darauf, in welchen digitalen Räumen sich Ihre Kinder bewegen.
- Zeigen Sie Haltung gegenüber rechten Parolen, Weltbildern und Gruppen.
- Suchen Sie das Gespräch – stellen Sie Fragen, diskutieren Sie, klären Sie auf.
Unterstützung erhalten Sie zum Beispiel beim „Aktionsbündnis Tolerantes Brandenburg“, das mit Beratungsangeboten zur Seite steht. Auch wir als SPD sind ansprechbar – hier im Doppeldorf und darüber hinaus.
Lassen Sie uns gemeinsam Verantwortung übernehmen – zum Schutz unserer Kinder und Jugendlichen.
Für eine offene, vielfältige und demokratische Gesellschaft.
S. Nicklas